Berlin. Über 200 Schüler aus Berlin und ganz Deutschland trafen sich am vergangenen Wochen-ende zum Frühlingscamp am Ruppiner See. Sie beschäftigten sich damit, welche Gestaltungsmöglichkeiten Schüler haben und wie Schule verändert werden kann. Das Camp steht unter dem Motto „Bildung anders erleben“.
Schule ist den Teilnehmern am Frühlingscamp ganz sicher nicht egal. 220 Jugendliche von über 35 Schulen hatten bei ihrem Treffen im Jugenddorf am Ruppiner See vor allem eines im Sinn: darüber diskutieren, wie sie ihre Schule gestalten können, was besser laufen sollte und wie eine schulübergreifende Vernetzung funktionieren kann.

Das Camp wird von der gemeinnützigen Bildungsinitiative „mehr als lernen“ und dem Landesschülerausschuss Berlin organisiert. „In der aktuelle Bildungsdebatte sind vielen Menschen gefragt worden, nur die Schüler selbst sind bisher kaum zu Wort gekommen“ sagt der Vorsitzende des Landesschülerausschusses Berlin, Janosch Jassim. Er freut sich darüber, dass so viele Berliner Schüler der Frühlingscamp-Einladung gefolgt sind. Die Veranstalter betonen, dass sich die Gesellschaft verändert hat, sich Schulen jedoch noch nicht ausreichend mitentwickelt haben. Zur Leitfrage „Wie kann Schule anders funktionieren?“ werden Workshops und Kurzvorträge angeboten. Hier kommen die Schüler selbst zu Wort und berichten von Kennenlernklassenfahrten zu Beginn der Oberschulzeit, die von älteren Schülern geleitet werden, und von individuellen Unterrichtsformen, die sich nicht an den 45-Minuten-Takt halten.
Julia Kaiser, Bent Neumann und Steffen Gentsch leiten das Frühlingscamp zusammen mit 26 weite-ren Teamern und fassen die Camp-Erkenntnis in ihrer Abschluss-Moderation zusammen: „Gestal-tungsmöglichkeiten und Freiräume gibt es schon, sie müssen nur genutzt werden“.

Die Ideen der Schüler ließ sich auch die Berliner Bildungspolitik nicht entgehen. Zum Strukturierten Dialog mit den Jugendlichen kamen am Stefanie Remlinger (Grüne), Regina Kittler (Die Linke), Mie-ke Senftleben (FDP) und Cerstin Richter-Kotowski (CDU) an den Ruppiner See. Ruby Mattig-Krone (Qualitätsbeauftragte des Senats) erwähnt im Dialog, dass „gute Schule insbesondere dort gelingt, wo die Schüler selbst am Schulentwicklungsprozess beteiligt sind“. Und Schulleiter Andreas Steiner war so begeistert, dass er künftig viele Schüler seiner Schule auf ähnlich Seminarfahrten schicken möchte.
Das Frühlingscamp wird vom EU-Programm JUGEND IN AKTION und von der DKB-Stiftung unter-stützt. Die Ergebnisse können auf www.frühlingscamp.de angesehen werden.

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