Folgende Mitteilung wurde auf der Oktobersitzung 2018 des Landesschülerausschuss beschlossen:

In unseren Augen besteht ein Kernproblem des aktuellen Schulsystems darin, dass Schule zu wenig auf uns Schüler*innen als Individuen eingeht. Es ist seltsam, dass wir dem Schulsystem alle mit einer angeborenen Neugierde beitreten und es dieses innerhalb weniger Jahre schafft, so vielen von uns den Spaß am Lernen zu nehmen. Wir glauben, dass das daran liegt, dass Schule zu wenig auf unsere individuellen Stärken und Schwächen eingeht und eben die Vielfalt, die wir in diesem Punkt haben, nicht zelebriert und zum Vorteil aller nutzt, sondern Schüler*innen durch extrinsisch auferlegte Zwänge und standardisierte Ansprüche unter Druck setzt. Schule sollte kreativ sein, Neugierde fördern und Spaß machen. Das tut es oft nicht. Wir brauchen einen weniger hektischen Schulalltag, der uns Schüler*innen mehr Zeit für Persönlichkeitsbildung und Entfaltung der individuellen Möglichkeiten jeder*jedes Einzelnen gibt, um wirkliche Begeisterung für Inhalte zu schaffen.

Wir wünschen uns grundsätzlich eine verstärkte Förderung des eigenständigen, kreativen und kritischen Denkens im Unterricht. Momentan arbeiten Schüler*innen in den meisten Fächern strukturiert und nach festen Schemata, die unserer Meinung nach zu wenig hinterfragt werden. Das trifft nicht nur auf die Gesellschaftswissenschaften zu. Im Fach Mathematik beispielsweise sollte neben der Anwendung häufiger behandelt werden, warum eine Formel funktioniert.

Schule hat den Anspruch, uns Schüler*innen, durch die Erziehung zu mündigen Erwachsenen zu erziehen und uns auf unsere weitere Zukunft vorzubereiten . In unseren Augen ist es dabei essentiell, dass der Wille zum Lernen aus der eigenen intrinsischen Motivation erwächst, da nur so nachhaltige Bildung garantiert werden kann.

Der Landesschüler*innenausschuss arbeitet derzeit an einem umfassenden Positionspapier zu dieser Thematik.

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