Die Sommerferien sollen länger werden. Allerdings nicht so wie sich das Schüler vorstellen. Die Kultusministerkonferenz wird über eine Vorlage entscheiden müssen, die den Korridor für die Festlegung des Beginns der schönsten Zeit des Jahres für die Länder auf 90 Tage erweitert. Ein Bündnis aus den gesetzlich legitimierten Landesschülervertretungen von Baden-Württemberg, Berlin, Sachsen, Brandenburg, Hessen und Niedersachsen lehnt den Vorschlag ab. Damit würde der bisher festgelegte Zeitraum von etwa 70 Tagen, von Anfang Juli bis Mitte September, um 20 Tage aufgestockt. Durch die Entzerrung verlängert sich die Urlaubs- und Feriensaison.

Im Bemühen um das Angleichen der Bildungssysteme in Deutschland, geht dieser Schritt für das Bündnis in die falsche Richtung. Durch die Rotation des Ferienbeginns variiert die Länge eines Schuljahres erheblich. So kann es sein, dass ein Schuljahr von Mitte September – Mitte Juni (8 Monate) geht, während das nächste von Anfang August – Ende Juli (12 Monate) geht. Die Abstimmung gemeinsamer Prüfungstermine wird erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Auch die Organisation der Schuljahre gerät unter Druck. Mit der derzeit angespannten Personalsituation in verschiedenen Bundesländern, sind häufige Ausfallstunden in besonders kurzen Schuljahren noch verhängnisvoller. Die Anforderungen des Lehrplanes sind in jedem Jahr gleich, unabhängig von dessen Länge. Durch die Erweiterung des Sommerferienkorridors steigt damit für Schüler, Lehrer und auch das Elternhaus die Belastung massiv an. Wenn dann noch ein Umzug zwischen Bundesländern ansteht, können die Sommerferien komplett entfallen. Auch wird es keinen Tag mehr geben, in der alle Bundesländer Sommerferien haben, was die Möglichkeit von bundesweiten Veranstaltungen z.B. bestimmten Feriencamps stark einschränkt.

Deswegen begrüßen wir die Kritik der Kultusminister und hoffen auf eine Entscheidung im Sinne der Schüler. Schließlich sind Ferien für Schüler, Eltern und Lehrer da und nicht für die Tourismusbranche.

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