Unser Zeugnis für Frau Senatorin Busse

Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu. Wir Schüler:innen kriegen Zeugnisse und in diesem Zuge wollen auch wir der Senatsverwaltung und konkret der Bildungssenatorin Frau Busse ein Zeugnis ausstellen.

Wir vergeben der Lehrkräfteausstattung an Schulen die Note 4, denn der Lehrkräftemangel wird stetig größer und beträgt nun fast 1000 fehlende Lehrkräfte im kommenden Schuljahr. Was wir genau fordern, um dies zu beheben, kann in unserer Position zum Lehrkräftemangel nachgelesen werden.

Für die Willkommensklassen vergeben wir die Note 3, denn in unseren Augen wurde angemessen auf die extrem schwierige Situation reagiert und zu einem sinnvollen und guten Mittel gegriffen, das auch wir in unserer Position zur Integration gefordert haben. Leider gibt es zwischen den einzelnen Schulen beachtliche Unterschiede und an einigen sind die Zustände nach wie vor chaotisch, was ein durchmischtes Gesamtbild ergibt.

Auch der Wechsel zur Oberschule ist für jede:n Schüler:in mindestens einmal ein Thema während der Schullaufbahn. Leider bekommen nicht alle ihren Wunschplatz und an vielen Schulen gibt es dann dort sehr große Klassen, was wir kritisieren. Daher vergeben wir die Note 3.

Zuletzt müssen wir die Note 5 für das Thema Schuldigitalisierung vergeben. Wir sehen eine Vielzahl von Problemen: angefangen bei schlechter und/oder fehlender technischer Ausstattung an einigen Schulen. Hier findet sich auch ein starkes Gefälle zwischen den Schultypen, was unserer Idee von fairer und gerechter Bildung widerspricht. Außerdem scheint uns die Anschaffung zu zeitaufwändig und auch an Schulen, wo es eine gute Ausstattung gibt, sind die Lehrkräfte oft wenig fortgebildet.
Der Lernraum als Lernplatform hat in der Vergangenheit auch seine Schwachstellen bewiesen, weshalb dieser nach unserer Auffassung eine Reform bedarf.

Frau Senatorin Busse bekommt für ihren Fleiß, ihr Durchsetzungsvermögen und die öffentliche Kommunikation jeweils die Note 6. Wir haben nicht das Gefühl, dass sie weiterbringende Impulse in die Senatsverwaltung bringt, geschweige denn, dass was sie vorbringt, auch durchsetzen kann. Auch die öffentliche Kommunikation finden wir hochgradig schwierig, wenn die Flucht von Ukrainer:innen aufgrund des russischen Angriffskrieges als „Familienabenteuer“ abgetan wird. Die Rassismusvorwürfe – unabhängig davon, ob diese nun stimmen oder nicht – helfen der Öffentlichkeit nicht Sicherheit zu gewinnen, welche in unseren Augen notwendig wäre, um Vertrauen zu schaffen und Besserung auf den Weg zu bringen.

An dieser Stelle müssen wir betonen, dass dies keinesfalls eine persönliche Bewertung von Frau Busse sein soll, sondern vielmehr eine Beurteilung der inhaltlichen Arbeit.
Es bleibt auch noch reichlich Zeit für Besserung und wir hoffen auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit in den nächsten Monaten und Jahren.

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