Akut versetzungsgefährdet – wer Bildung nur verwaltet, verliert die Zukunft!

Bildungspolitik ist Zukunftspolitik! Angefangen bei fehlender Chancengerechtigkeit über marode Schulgebäude und ein veraltetes Bildungssystem stellen wir fest, dass die Schule von heute nicht für die Zukunft gewappnet ist.

Angesichts der wachsenden Herausforderungen ist es unausweichlich, dass es jetzt klare Reformen braucht, um alle Schüler:innen mitzunehmen und zu demokratischen und mündigen Mitgliedern unserer Gesellschaft zu befähigen. Bildung muss sich stärker nach der Schüler:innenschaft richten und darf diese nicht länger ignorieren. Denn Schule ist für uns Schüler:innen da! 

Die folgenden fünf Zukunftsforderungen des Landesschülerausschusses Berlin sollen, das Berliner Bildungssystem mit all seinen Beteiligten auf die Ansprüche der Gegenwart sowie der Zukunft vorbereiten!


1. Mehr Geld in Bildung!
Wir haben ein Recht auf gute Bildung! Doch anstatt zu wachsen, schrumpft der Bildungshaushalt immer weiter und die Qualität unserer Bildung nimmt drastisch ab. Daher fordert der Landesschülerausschuss, dass es keine weiteren Kürzungen im Bildungshaushalt des Landes Berlin gibt. Eine langfristige Erhöhung des Haushaltes sowie eine Bundesratsinitiative des Landes Berlin zur Reform der Schuldenbremse sind unerlässlich.  Bildung ist keine Belastung, sondern die Basis für unsere Zukunft – jede Kürzung entzieht den kommenden Generationen ihre Chance auf Teilhabe und Lebensperspektive.


2. Nur noch eine Schulform - Schluss mit der Bildungssegregation!
Das aktuelle Schulsystem verstärkt noch immer massive soziale Ungleichheiten.  Als Landesschülerausschuss fordern wir daher die Abschaffung des mehrgliedrigen Bildungssystems und das Ersetzen in Form von Gemeinschaftsschulen als einzige Schulform. Gemeinschaftsschulen fördern individuelle Lernwege, soziale Integration und die Entwicklung einer solidarischen Schulkultur. Sie ermöglichen Teamarbeit, projektbasiertes Lernen und gute Durchlässigkeit zwischen verschiedenen Abschlüssen. In einer einheitlichen Schulform, in der alle Schüler:innen gemeinsam, lang und voneinander lernen, entsteht eine Grundlage für eine zukunftsfähige und inklusive Schule für alle.


3. Noten und Hausaufgaben abschaffen – Lernen ohne Leistungsdruck!
Die Schule soll ein Ort des Lernens, der Entwicklung und der Entfaltung sein. Doch im schulischen Alltag wird diese Idee immer wieder überlagert – von Leistungsdruck, Vergleichbarkeit und einem System, das mehr auf Kontrolle als auf Förderung setzt. Noten und Hausaufgaben sind dabei zwei der zentralen Instrumente, die grundlegend überdacht werden müssen.

Hausaufgaben – ein Relikt aus der Vergangenheit!

Der pädagogische Nutzen von Hausaufgaben ist minimal – insbesondere, wenn sie nicht individuell auf den Lernstand abgestimmt sind. Vielmehr erzeugen sie Stress, Frust und Unmut. Darüber hinaus reproduzieren  und verstärken Hausaufgaben soziale Ungleichheiten.  Damit sind Hausaufgaben nicht Ausdruck von Leistung – sondern von Umständen. Und sie verfestigen ein Bildungssystem, das eben nicht allen dieselben Chancen bietet. 

Noten – keine faire Rückmeldung

Auch die klassische Benotung reduziert Schüler:innen auf Zahlen – ohne dabei die individuellen Stärken, Entwicklungswege oder Lernbedingungen zu berücksichtigen. Das führt zu Leistungsdruck, Konkurrenzdenken und Versagensängsten bei Schüler:innen, ohne dabei wirkliche Vergleichbarkeit und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung zu schaffen.
In der Primarstufe fordern wir die vollständige Abschaffung der Ziffernoten. Stattdessen sollen aussagekräftige, entwicklungsorientierte Rückmeldungen den Lernstand und das individuelle Potenzial jedes Kindes abbilden. In der Sekundarstufe I und II soll eine stufenweise Umstellung erfolgen – mit Ausnahme der Abschlussprüfungen, in denen eine bewertbare Qualifikation weiterhin notwendig ist.


4. Demokratie beginnt in der Schule - politische Bildung fördern!
Das Ziel von Schule ist es, Schüler:innen zu mündigen und demokratischen Bürger:innen zu befähigen, deshalb muss sie ein Ort zur politischen Willensbildung sein. Wir fordern die Erhöhung der Stundentafel für den Politikunterricht auf zwei Stunden, einer Überarbeitung des Rahmenlehrplans für das Schulfach Politik und fächerübergreifend Fortbildungen im Umgang mit Krisensituationen. Ebenfalls braucht es verbindliche Schüler:innenvertretungen, die echte Beteiligung ermöglichen.  


5. Digitale Schule, jetzt!
Von mangelndem Wissen über  digitale Technologien wie K.I., bis zum Umgang mit Fake News - Schule sollte vorbereiten! 
Deshalb fordert der Landesschülerausschuss eine systematische Förderung von Medienkompetenz an Schulen durch eine inhaltliche Erneuerung und Umsetzung des Rahmenlehrplans.  Es braucht verpflichtenden ITG–Unterricht von der 7. bis zu 10. Klasse. Dies ist nur möglich durch die Ausbildung und Weiterbildung von Lehrkräften im Bereich digitaler Bildung.

Um allen Schüler:innen digitale Teilhabe zu ermöglichen, braucht es eine kostenfreie und barrierefreie Bereitstellung digitaler Endgeräte. Zusätzlich müssen Schulen mit moderner IT-Infrastruktur ausgestattet werden, und offene, datenschutzfreundliche Softwarelösungen sollten Standard sein. 


Zukunftsforderungen des Landesschülerauschuss
Zukunftsforderungen des Landesschülerauschuss.pdf (74.78KB)
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